Altarbild in der kath. Kirche Büchig

 
Künstler: Alban Muslija
Entstehungsjahr: 2004
Gesamtgröße: 515 x 450 cm
Material: Acryl / Leinwand
 
 
Sie sind eingeladen, das Gesamtbild in der Kreuzform und die fünf Einzelbilder zu betrachten. Gehen Sie in Ihrer Phantasie in die einzelnen Bilder und „spazieren Sie darin herum".
Die dunkle Stadt
Bin ich dort zuhause? Passt das Bild zu meiner Lebenssituation? Die Dunkelheit könnte für Sorge, Kummer, und Einsamkeit stehen. Aber die dunkle Stadt muss nicht nur negativ und belastend sein. Es ist auch das Ruhige, das Zurückgezogene, das Alleinsein, Für mich sein, das gut tut.
Die helle Stadt
Sicher gibt es in meinem Leben auch Erlebnisse, Erfahrungen, die dort hingehören. Es ist wichtig für unsere Seele, hin und wieder dort zu wohnen, hin und wieder genau hinzuschauen, ob es nicht doch etwas in meinem Leben gibt, das genau so licht und hell und fröhlich ist. Dankbar zu sein, für Menschen die mir Gutes tun, die mir gut tun. Dankbar zu sein für Feste, für Fröhlichkeit, für Musik und Kunst. Ignatius nennt diesen Blick auf das Helle „Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit". Dieses Bild kann uns dabei helfen.
Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. D hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Sehr, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. (Offb 21 2-4)
Die Verbindung: Das Kreuz

Die dunkle und die helle Stadt sind verbunden. Das Licht des Kreuzes in der Mitte strahlt in die helle Stadt, aber eben auch – behutsam und zart – in die dunkle Stadt. Wandlung ist möglich. Dunkelheit ist nicht für immer. Auch wenn ihr in den Tiefen hockt. Auch wenn ihr im Dunkeln zuhause seid. Das Kreuz wird euch die Kraft geben zu bestehen. Hier wohnt die Hoffnung auf Veränderung und Erlösung.
Der Blick nach unten: Das Wasser
Was dieses Wasser wohl bedeutet?
Vielleicht: Die Schöpfung, die Erde, der Grund auf dem wir stehen und durch den wir leben.
Vielleicht: Das Wasser der Taufe als Grund und Anfang und Ermöglichung unseres Christseins.
Vielleicht auch: Die Tiefe unserer Existenz, das tiefe und unzugängliche Wasser des Unbewussten, der Bereich meiner Persönlichkeit, den ich nicht kenne. Wer weiß, was sich dort tummelt.
Auch in diese undurchsichtige Tiefe reicht das Licht, das vom Kreuz ausgeht. Das Gelb vermischt sich mit dem Blau des Wassers und wird zu Grün, der Farbe des Lebens, der Hoffnung.
Der Blick nach oben: Der Himmel, das Göttliche, der Heilige Geist. Von oben bricht die rote Farbe ein, die Feuerfarbe des Geistes. Wie ein rotes Band ist sie eins mit der Taube, dem Symbol des göttlichen Geistes, bildet den Hintergrund des Kreuzes und ist als göttliche Spur in allen Bildelementen zu finden. Das Oben, der Himmel, der hält, der belebt, der wandelt.
Helena Rimmele